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Atemluftanalyse low cost

Es ist tatsächlich möglich, mit einem Kostenaufwand von ca. 200 Euro incl. der benötigten Prüfröhrchen (für 10 Analysen) Atemluft auf die wichtigsten Parameter zu untersuchen, und das auch mit hinreichender Genauigkeit. Eine detaillierte Beschreibung folgt jetzt hier. Eigentlich war sie mal für eine Zeitschriften-Veröffentlichung gedacht, aber vermutlich ist allen Redaktionen das Thema etwas zu heiß.

Vorab ein Dankeschön an Firma MSA Auer in Berlin für die Unterstützung!

Das System arbeitet genauso wie das der im Vorspann angedeuteten nichtkooperativen Firma mit Einweg-Prüfröhrchen. Vorteil 1 ist die einfache Handhabung, Vorteil 2 die Möglichkeit, die Röhrchen auch zu archivieren.

Man braucht zunächst einen Druckminderer mit einstellbarem constant flow. Sowas gibts u. a. überall dort, wo man Zubehör für Schutzgasschweißen kaufen kann. Eventuell braucht man noch einen Adapter von Argon auf Pressluft, sowas verkaufen diverse Shops für technische Tauchausrüstung. Wichtig ist, dass der Flow ab 1 l/min einstellbar ist.

Dann kommen die Prüfröhrchen dazu.
Das wichtigste Röhrchen ist für Wasserdampf, Empfehlung ist die Auer-Nr. 488908 H2O HP mit Messbereich 10 - 200 ppm (zulässiger Grenzwert für Atemluft 30 ppm)
Fast ebenso wichtig ist das Röhrchen für Öl, Auer-Nr. 10040887 mit Messbereich 0,1 - 10 ppm

Zusammen mit den Röhrchen kauft man sich bei MSA Auer einen Spitzenabschneider und einen Röhrchenhalter. Dann braucht man noch eine Uhr, die hat man ja ohnehin.

Dem Röhrchenpack entnimmt man den Beipackzettel, auf dem draufsteht, wie lange die Prüfluft mit welchem Flow hindurchströmen muss. Los geht es:
Druckminderer an zu prüfende Flasche anschließen, Flasche öffnen, ein paar Minuten Luft abströmen lassen(System spülen) und dabei Flow einregeln.
Röhrchen öffnen, richtig herum in Halter einlegen, Ventil öffnen und Uhr starten.
Simple Ablesung mittels Verfärbung des Inhalts. Wenn das Röhrchen vor Messzeitende voll durchgefärbt sein sollte, bricht man ab und benutzt diese Luft ohnehin nicht.

Archivierung: Offene Enden mit Kaugummi verschließen.

Das ganze sieht (hier mit einem constant flow-Ventil für O2-Notfallbeatmung und Adapter) so aus (links Flaschenmanometer, rechts Flowanzeige):

Die komplette Einheit wiegt ca. 500 Gramm und passt damit problemlos in jedes Reisegepäck.

Hinweis: Dieses Analysesystem erhebt selbstverständlich nicht den Anspruch, mit einer Präzision von wenigen Prozent zu arbeiten. Darauf kam es bei der Entwicklung auch gar nicht an. Präzisionsanalytik ist auch für Tauchbasen unerschwinglich. Intention war, dem ambitionierten Taucher und auch dem Basisleiter zu zeigen, wie sich eine derartige Analyse mit geringem Kostenaufwand durchführen lässt. Und das Ziel sollten ohnehin Prüfröhrchen sein, die sich gar nicht bis minimal verfärben.