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Focus Maledivensafaris

Bei den üblicherweise geforderten Preisen sollte man doch eigentlich einen ziemlich hohen Standard erwarten. So dachte es sich auch eine Vereinsgruppe, welche die Checkliste dieser Seite für konkrete Anfragen bei diversen Reiseveranstaltern nutzte. Das Ergebnis war dann ziemlich deprimierend und zeigt, dass man auf den Malediven noch weit hinter dem Standard in Ägypten hinterherhinkt, dass dort noch eher manche Veranstalter geneigt sind, ihre Verantwortung weit wegzuschieben, und dass ihnen konkrete Sicherheitsfragen so unangenehm sind, um sie zu eigentlich nicht geschäftsüblichen Randbemerkungen zu verleiten. Wohlgemerkt: Es ging hier um eine Gruppenanfrage, und bei 14 – 18 Vollzahlern somit um nicht ganz wenig Umsatz und Provisionsmarge.

 

Hier einige Aussagen der Reiseveranstalter:

„Ich habe mir den Fragebogen angesehen und stimme dem *** zu, dieser ist viel zu speziell und nur auf eine bestimmte Art von Tauchschiffen zugeschnitten. Auf den Malediven werden von wenigen Ausnahmen abgesehen nur Vorort gebaute Holzschiffe eingesetzt, diese entsprechen in fast keinem der genannten Punkte den abgefragten Kriterien. Uns als Reiseveranstalter liegen die meisten angefragten Informationen von fast keinem Schiff in unserem Programm vor. … Keiner von unseren Partnern garantiert uns, dass da mal etwas nicht einsatzbereit oder es einen Wechsel in der Crew gegeben hat und es 2 Personen an Bord gibt die Schulenglisch sprechen.“

Interessante Info! Da steckt alles an Unwägbarkeiten drin, von gammeligem Holzschiff über kaputtes Seefunkgerät, fehlende Rettungsmittel, miese Atemluft in den Flaschen bis zu im Notfall kritischen sprachlichen Kommunikationshindernissen. Muss man nicht buchen!

 

„Die *** sowie die meisten anderen Safarischiffe der Malediven können nicht mit internationalen Standards und Patenten aufwarten. Eine detaillierte Beschreibung der *** finden Sie auf unserer Internetseite.“

Erneute Bestätigung, dass dort eher Seelenverkäufer als vertrauensbildende Maßnahmen schwimmen!

 

„Wie ich mitbekommen habe, haben Sie den beigefügten Fragebogen nicht nur an *** ***, sondern auch noch an diverse andere Reiseveranstaltern geschickt. Ich gehe daher nicht davon aus, dass Sie explizit an einer Reisebuchung mit unserem Haus interessiert sind.“

Oh je, Kunde wagt es, mehr als einen Anbieter zu fragen und dann auch noch kritisch zu werden! So etwas mögen wir gar nicht, kostet nur Zeit und Mühe. Eigentlich gehört so ein Veranstalter in die Black List, aber dann gibt es unfreundliche Anwaltspost.

 

Kommentar des anfragenden potentiellen Kunden an einen dieser Veranstalter:

Sehr geehrter Herr xxx,
sie als seriöser Reiseveranstalter sollten so ein Boot sofort aus Ihrem Programm nehmen. Bitte denken Sie daran, dass Sie gegenüber Ihren Gästen auch eine Fürsorgepflicht haben!
 
Nur so geht es! Entweder wird die Safari als Abenteuer für gute Taucher mit vollem Risiko und nach maledivischem Recht ausgeschrieben (so wie früher bei Rudi Kneip), oder der Veranstalter tritt nach deutschem Reiserecht in die Verantwortung ein (der wird sich hüten, in dem Land so etwas zu tun!), oder er ist verantwortungsvoll und bietet so etwas gar nicht erst an.
 

Klartext:

Keiner der angefragten deutschen Reiseveranstalter ist auch nur ansatzweise in der Lage oder bereit, irgendwelche Standards für eine Maledivensafari zu garantieren, die halbwegs internationalen Maßstäben genügen. Man zahlt einen Haufen Geld und kann nur hoffen (oder beten).

Wenn wir bislang der Meinung waren, dass schon in Ägypten erheblicher Nachholbedarf besteht in Sachen Schiffsausrüstung, Tauchsicherheit und Qualifikation der Crews, müssen wir nun feststellen, dass es noch viel schlimmer sein kann.

Aber man muss ja auch nicht in einen Inselstaat reisen, der früher mal ein Taucherparadies mit Haigarantie war, der dann freigiebig oder wegsehend massenhaftes Finning durch die Haiflossen-Mafia tolerierte, den Titel Shark Enemy bekam, diesen Titel ungerührt wegsteckte und inzwischen mehr auf Wellness als auf marines Erlebnis und intaktes Ökosystem setzt!  

Details sind gexxxt, es geht nicht um Miesmachen einiger Schiffe, denn es scheint eher so zu sein, dass kein deutscher Reiseveranstalter bereit ist, eine Gesamtverantwortung zu übernehmen, und dass es vor Ort Glückssache ist, ob alles wie im Katalog versprochen auch geboten wird.

 

Der anfragende Kunde mit einer für jeden Veranstalter zahlenmäßig interessanten Gruppe hat jetzt übrigens eine Topsafari in eines der reizvollsten Gebiete in einem Land gebucht, wo man sich auf beste Sicherheitsstandards verlassen kann.