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Rumpfformen
Es gibt (mal abgesehen vom Bau von Frachtern etc.) im Bereich Tauchschiffbau generell diese Varianten:
Rundspant – das ist der klassische Fischkuttertyp mit Kielbalken
V-Spant – das findet man u. a. bei schnelleren seegängigen Yachten
Katamaran – das sind Rümpfe, wie sie u. a. Mike Ball in Australien einsetzt
Das klassische Rundspantschiff ist immer ein Verdränger. Bis zu einer gewissen Länge gilt die Formel für die sogenannte Rumpfgeschwindigkeit:
Selbst bei Motorisierung mit 2 x 5000 KW kann deshalb beispielsweise ein modernes ägyptisches Safariboot mit einer Wasserlinienlänge von 33 m die Geschwindigkeit von 14 Knoten nicht überschreiten.
Im Bereich der V-Spant-Rümpfe gibt es Sonderformen vor allem im Heckbereich, so dass solche Schiffe beispielsweise als Halbgleiter wesentlich schneller als die Rumpfgeschwindigkeit mit geringerer Maschinenleistung sein können. Solche Rümpfe, auch aus Holz, hatten beispielsweise schon die deutschen Schnellboote im 2. Weltkrieg.
Vor allem bei Tauchsafaribooten geht, wegen Forderungen der Kunden nach immer mehr Lebensraum und Komfort, der Trend dahin, die Länge nicht mehr sonderlich zu vergrößern, sondern in die Breite zu bauen. Daraus ergibt sich gegenüber dem früheren traditionellen Fischerbootrumpf (welches schnittig durch die Wellen ging) vor allem ein Bug, der mit der nicht gerade strömungsoptimierten Silhouette eines Kühlschranks gegen jede Welle prallt, dadurch immens abgebremst wird und bei höherem Seegang üppige Wasserduschen bis zum oberen Achterdeck wirft.
Ein schnittigerer/optimierter Rumpf, mit Anlehnungen an V-Spant, vielleicht sogar dem bekannten Shell-Bugwulst, könnte viel teuer zu bezahlende Antriebsleistung, viel Zeit auf Fahrten von einem Tauchplatz zum nächsten und sehr viel Diesel einsparen. Aber hier kollidieren wohl Tradition und fehlende Fachkenntnis der Auftraggeber mit schiffbaulichen Grundlagen.
Abschließend ein Traum:
Tauchsafarischiff auf der Grundlage eines SES-Katamarans: Schnell bei weiten Seestrecken, total ruhig liegend am Tauchplatz, und viel Platz. Aber leider kann so etwas kein Drittweltland bauen, aus Holz geht es nicht, es ist aufwändige Technik erforderlich, und die typische angelernte Tauchschiffcrew dürfte restlos überfordert sein.