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Safariboote und Sicherheit

Geschrieben von:  M. Scharrer
Kontakt: ms ät libernet.de
Homepage: www.deinklick.de

Auf Grund vieler durchgeführter Tauchsafaris mit leidlichen Erfahrungen bildete sich bei mir eine gewisse Meinung zu Veranstaltern, Betreibern von Safaribooten und der Hochglanzpresse. Gerade Letztere sind für mich ein Ärgernis...

Ausgelassen habe ich mich dazu auch auf meiner eigenen Homepage im Blog, lange bevor diese Seite an Netz ging. Der Link ist deshalb interessant, da dieser etliche Kommentare enthält.
www.deinklick.de/Sicherheit_Safariboote.html

- Auf der letzten Tour z.B. geht der Kapitän pinkeln und überlässt das Ruder bei 7 Beaufort im Roten Meer einem Besatzungsmitglied.
Der lässt prompt 4m-Wellen quer kommen, nur um Haaresbreite sind wir einer Katastrophe entkommen. Der Salon sah aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen, nur knapp sind wir IMHO einem Kentern entgangen.

- Da fahren wir auf einem Kreutzer in Indonesien bei Nacht zur Lembeh Street. Schwarze Nacht, ohne Navigationsgeräte...
... der Berg war nur durch die fehlenden Sterne zu erkennen. Der Kapitän gibt Anweisungen, aber der Döspaddel am Ruder hatte nichts kapiert. Nur dadurch, dass ich ans Ruder stürzte, wurde eine Katastrophe verhindert.
Angetrieben wurde dieses Safariboot durch Außenbordmotoren! Die Aufbauten sahen aus wie ein Hühnerstall auf einem Rettungsboot!

- Wasser in den Flaschen, schlechte Elektroinstallation i.V.m. Stromschlägen u.s.w. waren bei mir die Regel. Da wird man abgetrieben und die Beatzung erkennt nicht in welche Richtung, weil sie zu blöde waren, die Strömung zu Checken. Rettungsinseln sind oft so verzurrt, dass sie in einem Notfall kaum losgemacht werden könnten. Navigationsgeräte sind nicht nur ein Fremdwort und eher nicht vorhanden, wahrscheinlich könnte auch kaum jemand damit umgehen.
Bisher bin ich noch nicht auf einem Safariboot gewesen, gleich in welchem Land, wo ich mich wirklich sicher gefühlt hätte.
Die Mängelliste oder mehr oder weniger lustiger Erlebnisse könnte ich endlos forsetzen.

Nun gut, mit all dem könnte ich leben, buche ich eine Billig-Safari, adventure inclusive...
Eine Tauchsafari auf einem Safariboot kostet mittlerweile richtig Geld. Für eine Woche Tauchsafari könnte man oftmals alleine eine Woche in einem Allinklusive-Hotel inklusive Flug verbringen.

Ich erwarte nicht, dass in einem für mich Entwicklungsland wie Ägypten oder Indonesien die Standards wie bei uns in DE oder der EU herrschen, aber zumindest erwarte ich ein Mindestmaß an Sicherheit und Kompetenz der Besatzungsmitglieder!

Die Realität sieht aber für mich anders aus. Für mich macht vielfach jeder, der eine Tauchsafari bucht, egal in welchem Land, seinem Schicksal ein Angebot!

Nun gut, ich verfüge zumindest über ein Grundwissen über Seemannschaft, lasse mich manchmal bewusst auf ein Risiko ein und treffe dann für mich Maßnahmen. Aber die Masse der Taucher verfügt nicht über das Wissen und lassen sich vielleicht dann von Hochglanzprospekten oder tollen Internetauftritten blenden.
Da sind dann Aircon, DVD oder andere Luxuseinrichtungen besonders wichtig. Sie vertrauen darauf, dass Safariboote, die in Postillen als toll hingestellt werden auch sicher seien. Vertrauen darauf, wenn Unkundige das Schiff XYZ als besonders toll hinstellen, da es doch über DVD, Aircon u.s.w. verfügt, die Leute so nett und der Guide so einen schönen bunten Anzug hat.

Hier kommt dann mein Ärgernis!
Hier geht es um sehr viel Geld, da werden Anzeigen geschaltet, es wird an Vermittlungen verdient. Kritik läßt man vielfach gar nicht aufkommen. Kritik wird oft abgewürgt und selbst unter den Kunden werden Kritiker aus Unkenntnis oft als Mopperhansel hingestellt.
Auf Grund der Hinweise von Kritikern oder Berichten kann mir niemand erzählen, dass evtl. Mängel nicht bekannt seien. Aber es wird weiter gemacht und in meinen Augen die Gesundheit der Kunden aufs Spiel gesetzt!

Ich kann nur hoffen, dass auf Grund von Initiativen, wie diese Seite, sich etwas an der gegenwärtigen Situation ändert. Dass Sicherheit zu einem Werbeargument wird!