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Tauchreiseveranstalter-Sicherheitsthematik
Wie sehen Tauchreiseveranstalter die Sicherheitsthematik?
Vor 10 Tagen bekamen sechs bekannte Firmen, die in Deutschland ansässig sind, die Tauch-Pauschalreisen anbieten (also Flug, Transfer und Safari in einem Reisevertrag nach deutschem Reiserecht) per Email und mit Verweis auf diese Website folgende Fragen mit freundlicher Bitte um Antworten gestellt.
1.
Welche Bedeutung messen Sie bei der Auswahl der angebotenen Safarischiffe den nautischen und taucherischen Sicherheitsausstattungen bei (ENOS, EPIRB, Satcom, Feuerlöschsysteme)?
2.
Welche Bedeutung messen Sie bei der Tauchbasen- oder Schiffsauswahl Ihres Angebots im Sinne der Sicherheit Ihrer Kunden einer stetig kontrollierten und nachprüfbaren Überwachung der Atemluftqualität bei?
3.
Dürfen Ihre Kunden sicher davon ausgehen, dass nach Buchung einer von Ihnen pauschal angebotenen Safari keine weiteren haftungsausschließenden Formulare vor Ort vorgelegt werden?
4.
Dürfen Ihre Kunden sicher davon ausgehen, dass bei Safaris, die eine vorgeschriebene Mindesterfahrung erfordern, entweder keine weniger erfahrenen Gäste an Bord sind, oder dass die Route nicht wegen dieser Gästegruppe geändert wird?
Das Rundschreiben im Original: Rundschreiben_Tauchveranstalter.pdf
Am schnellsten war Action Sport – aber außer einer dürren Pressemeldung im Anhang wurde keine Frage beantwortet. Nachhaken brachte keine weiteren Erkenntnisse.
Die Antwort: Warnt_vor_direkten_Schiffsanbieter.pdf
Orca Reisen antwortete recht detailliert, überwiegend positiv die Fragen beantwortend und nur Einzelaspekte zu Sicherheitsausrüstung umgehend – das sei den Rosenheimern verziehen, als Bayern hat man nun mal nicht allzu nahen Meeresbezug. ?
Die Antwort von Orca: Antwort_Orca.pdf
Zwei der anderen vier großen und bekannten Tauchreisefirmen, die hier zur Vermeidung von Wohlstandsvermehrung des Juristereigewerbes nicht genannt werden, haben heute per Email reagiert, allerdings auf diesen Themeneintrag und nicht zur Sache = Antworten auf die Fragen.
Zitat Firma A: "Dass wir auf Ihre Mail nicht geantwortet haben, hat andere Gründe, die mit ihrer Person zu tun haben. Ansonsten legen wir großen Wert auf Sicherheit der Schiffe die wir bei uns im Programm haben, nur möchte ich mit Ihnen nicht darüber diskutieren!
Aha - persönliche Antipathie ist also stärker als die Bereitschaft, konkrete Fragen, die viele Leute interessieren, auch konkret zu beantworten!
Zitat Firma B: "Bei fast 100 Tauchkreuzfahrtschiffen in unserem Programm ist es nicht möglich pauschale Aussagen fuer alle Schiffe zu treffen "
Aha - diese Firma fordert also scheinbar gar keine Mindeststandards bezüglich Sicherheit und Gesundheit ihrer Kunden und hat auch kein Pflichtbewusstsein gegenüber denjenigen, die im Vertrauen auf Einhaltung gesetzlicher Vorschriften eine anspruchsvolle Safari buchen.
Mal sehen, ob Montag die Firmen C und D auch noch ähnliche Texte nachlegen. Jedenfalls weiß jetzt der aufmerksame Leser, wo er bezüglich Safaribuchung am ehesten keine Katze im Sack bekommt.
Und das Fell einiger Leute in der Branche scheint dünner zu werden! Dabei wäre es doch so einfach, und die Autoindustrie macht es schon lange: Ein oder zwei unwichtige Fotos aus dem Angebot raus, dafür eine klare Liste sicherheitsrelevanter Schiffs- und Crewmerkmale rein.
Die Fragen wurden ganz bewusst nicht an Firmen gestellt, die zwar in Deutschland operieren, die aber bezogen auf das gebuchte Safarischiff lediglich Vermittler für eine im Ausland ansässige Gesellschaft sind, denn im Falle von Mängelrügen gibt es keine Möglichkeit, nach deutschem Reiserecht und über deutsche Gerichte Forderungen einzuklagen.