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Und wieder mal Ägypten im Focus
Was hier passierte, ist typisch für Ägypten. Eine Crew, die mit der Sicherheitsausrüstung nicht klar kam, fährt bei Nacht ohne Radar quer durch einen Schifffahrtsweg, in dem oftmals total unbeleuchtete Pötte von 200 – 300 m Länge unterwegs sind. Die CDWS schreibt allen Safarischiffen Ausrüstungspflicht u. a. mit Radar vor, schult angeblich seit einigen Monaten alle Käptns intensiv. Was nutzt aber all das, selbst wenn moderne Technik an Bord ist, wenn der Käptn damit nicht umgehen kann? Was nutzt jede Ausrüstungspflicht, wenn die Käptns weiterhin wie vor 30 Jahren ihre als Kleinfischer aufgewachsenen Väter in die Sterne gucken für die Navigation anstatt das Schiff von dort aus zu fahren, wo der Radarbildschirm steht?
Was nutzt eine Rettungsinsel, wenn irgendein Depp vergessen hat, die Reißleine an Bord zu befestigen und sie im Einsatzfall wie Plankton davontreibt?
Von dem Tanker wäre übrigens keine Hilfe zu erwarten gewesen. Wahrscheinlich ist die Kollision noch nicht einmal bemerkt worden, und wenn doch, so ein Tanker hat einen Bremsweg von 20 – 40 km. Und Ägypten hat immer noch kein funktionierendes SAR-Wesen auf See, denn die, der autokratischen Regierung unterstellten, Militärs blockieren unter anderem jedes fliegende Gerät, das nicht Linienjet oder Privatflieger von Mubarak & Co oder eben Militär ist..
Daher erneut ein dringender Aufruf für alle an Bord irgendwelcher ägyptischer Tauchschiffe:
Macht euch selbst vor dem Auslaufen über alle sicherheitsrelevanten Ausrüstungsteile des Schiffes kundig! Kontrolliert alles, fragt ganz gezielt beim Bordguide nach! Und fragt vorsichtshalber auch hoffentlich an Bord anwesende Mitreisende, die vielleicht sowas wie einen Segelschein haben, denn eure Bordguides und ebenso Teile der Crew stammen vielleicht aus dem Niltal, lernten Ziegen hüten und Kamele reiten.