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Werkstoffe

Definition vorweg:
Eigentlich sind Schiffe nur solche schwimmenden Objekte, die in der Besatzung neben dem Kapitän auch einen 1. Offizier haben, alles andere sind Boote.
Da aber selbst der Eigner einer 11-m-Segelyacht von seinem „Schiff“ spricht, soll hier dieser volkstümlich eingebürgerte Begriff für alles durchgängig benutzt werden, das mehr als ein Besatzungsmitglied hat.
Nachfolgendes soll auch keine erschöpfende Schiffbau-Darstellung sein, sondern eher für „Landratten“ ein paar Grundlagen anführen.

 

Werkstoffe:

Seit Jahrtausenden bauen Menschen Boote und Schiffe aus Holz, weil das Material direkt verfügbar und mit einfacheren Werkzeugen relativ leicht zu bearbeiten ist. Holz verändert jedoch Volumen und Form je nach Wassergehalt, weshalb die Lücken zwischen den einzelnen Rumpfplanken mit elastischem Material (Kalfat) ausgefüllt werden müssen.

Schiffe aus Stahl sind aufwändiger bei der Herstellung, weil ein großer Maschinenpark sowie qualifizierte Schweißer und Ingenieure nötig sind. Ferner neigt das Material in Meerwasser zu Korrosion, was wiederum durch aufwändige Oberflächenbeschichtung sowie korrekt auszuführende elektrochemische Methoden verhindert werden muss.

Noch schwieriger sind die Herstellung von Schiffen sowie die Korrosionsvermeidung bei Verwendung von seewasserbeständigem Aluminium. Das Material ist nur mit speziellen Verfahren schweißbar, und das Korrosionsproblem gerade bei Übergängen zweier verschiedener Metallwerkstoffe muss sehr sorgfältig gelöst werden.

Schiffe aus GKF oder GFK-Sandwich kann jeder bei großen Bootsmessen sehen. Deren Herstellung erfordert Spezialisten sowie konstant temperierte Bauhallen.

Weitere Gründe, warum vor allem in den Drittweltländern Schiffe meist aus Holz gebaut werden, sind u. a. die bei Schiffen aus Stahl oder Aluminium wesentlich höheren Anforderungen an Technik und Sorgfalt bei der Bordelektrik, speziell des Gleichstromnetzes.

Wie aber jeder Heimwerker weiß, ist Holz und Holz nicht das gleiche. Ein härteres Holz mit eng stehenden Jahresringen wie Eiche überdauert im Schiffbau Jahrzehnte, ein weiches Holz mit weiten Jahresringen ist in wenigen Jahren verfault, verliert seine mechanischen Eigenschaften, womit im Pech-Fall das Schiff mit Gästen an Bord auf hoher See den Kräften des Seegangs nicht widersteht und sinkt.
Jedoch sind harte Hölzer teuer, nicht überall verfügbar und wesentlich schwieriger in Form zu bringen.
Folglich werden beispielsweise in Ägypten oft Tauchschiffe mit Bordwänden aus relativ weichem und langfaserigem Holz gebaut, weil es schnell gehen und preiswert sein muss.


Zur Verbindung von Rumpfplanken und Spanten nimmt man vor allem bei größeren Schiffen entweder Schrauben aus Edelstahl oder lange Spezialnägel mit vielen schräg nach hinten weisenden Zähnen ähnlich einer Raspel.
Aber wenn stattdessen die Planken mit einfachen Eisennägeln an den Spanten angenagelt werden,
wenn dann auch noch aushärtender Polyesterspachtel anstatt Kalfat verwendet wird,
ist vorprogrammiert, dass derartige Rümpfe bereits bei Indienststellung ein kurzfristiges Verfalldatum haben.

Werft in Hurghada

Werft

Nägel und Holz für ägyptische Tauchschiffsrümpfe

Nägel