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Zurück in die Steinzeit
Wer sich etwas mit Funktechnik auskennt und auch die aktuellen, auf Taucher bezogenen, Entwicklungen und Diskussionen kennt, findet prinzipiell drei verschiedene Prinzipien:
1. Ein Sender strahlt ein hochfrequentes Signal aus, welches von einem Empfänger mit möglichst sehr engwinklig empfangender Antenne angepeilt und empfangen wird.
2. Ein Sender ist mit einem GPS-Empfänger verkoppelt und übermittelt dem Empfänger direkt den jeweils aktuellen Ort.
3. Ein Sender übermittelt via Satellit und eine Bodenstations- und Relaiskette seinen aktuellen Ort an ein Satellitentelefon.
System 1 findet sich u. a. in Verkehrsflugzeugen. Es arbeitet hochpräzise, kostet aber auch richtig Geld. Die einfacheren Varianten erinnern an halbwegs steinzeitliche Funktechnik und werden u. a. zum Lokalisieren von markierten Wildtieren eingesetzt.
System 2 ist als ENOS bekannt und weltweit auf diversen Tauchschiffen im Einsatz..
System 3 heißt entweder EPIRB (Notfallsender in der Seefahrt) oder im Kleinformat mit etwas anderer Nutzung PLB (personalisierter Kleinsender u. a. für Saharadurchquerer oder Teilnehmer der Dakar-Rallye).
Dass ENOS ein wirklich gut und hochpräzise arbeitendes System ist, hat sich zwar herumgesprochen, aber so mancher Safarischiffeigner ist leider zu geizig, einmalig ca. 10.000 Euro in die Sicherheit seiner Kunden zu investieren.
Das PLB-System wird u. a. von Divers Heaven Fleet als gut und geeignet angesehen. Auch dieses System gibt’s aber nicht zum Preis eines Billigschnäppchens.
Nun kommen aber per „Buschfunk“ andere Pläne aus Ägypten:
Ein einflussreicher Mensch, dem auch einige Safarischiffe gehören, findet ENOS zu teuer, kann sich auch mit den PLBs aus Kostengründen nicht anfreunden. Da ENOS und PLB auf das weltweit kostenlos verfügbare GPS zurückgreifen, wird nun scheinbar versucht, per Regierungsdekret alles rund um GPS nochmals zu verteuern, quasi als Abschreckung, so was zu kaufen.
Stattdessen wird eine Simpelversion des Funkpeilsystems Nr. 1 propagiert. Der neuseeländische Hersteller nennt auf seiner Website noch nicht mal die maximale Tauchtiefe des am Oberarm zu befestigenden Senders, aber sie soll laut Anfrage in der Taucherversion 100 m betragen. Link dazu:
www.sea-safe.co.nz
Dazu gehört eine Peilantenne, die funktechnisch eine vertikal polarisierte 3 Element-Yagi darstellt. Damit sind einigermaßen präzise Peilungen unmöglich.
Fazit: Hier geht es eindeutig nicht um die bestmögliche und sicherste Lösung für mehr Tauchsicherheit, sondern nur um Kostenminimierung im vierstelligen Eurobereich – als wenn so was bei den Baukosten eines Safarischiffes und den durchschnittlichen Wochencharterpreisen irgendwie relevant ist. Warten wir mal ab, wie es weitergeht.
Beim Schiiffbau sind sie ja ohnehin noch in der Steinzeit: Nadelholz für den Rumpf, das einigen Organismen sehr gut schmeckt, dazu billigste Rundnägel ... Der Emperor Fleet ist ja kürzlich so ein Schiff mit Mängeln im Rumpf verloren gegangen.
Schon merkwürdig, dass die CDWS zwar diversen teilweise sehr fragwürdigen Kleinkrams reglementiert, aber ans Große nicht ran will!